20.11.: Tag der Kinderrechte

Ein Tag wie jeder andere?

… nicht für uns JugendbetreuerInnen vom Bereich KIJU der Lebenshilfe Radkersburg. KIJU steht hier für Kinder- und Jugendbetreuung, d.h. die Jugend steht hier im Mittelpunkt. Im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe dürfen wir junge Menschen begleiten. Jugendliche werden bei uns ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert. Im Mittelpunkt stehen sowohl familiäre und schulische Themen als auch Lehrplatzsuche sowie Freizeitaktivitäten verschiedenster Art, sei es kreatives Gestalten, Bewegung und Sport oder anlassbezogene Workshops zu aktuellen Themen. Es ist uns ein großes Anliegen Kinder und Jugendliche mit ihren speziellen Fähigkeiten und Stärken bestmöglich zu fördern und zu begleiten.

… nicht für eine junge Mutter, die die Einhaltung der Kinderrechte und somit Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen als Auftrag an alle Eltern, Großeltern, Verwandte also an die Gesellschaft schlechthin sieht.
Wir als Familie können uns meiner Meinung nach glücklich schätzen, in einem Land wie Österreich zu leben. Viele von uns, nicht alle, können sich einen guten Lebensstandard im Vergleich zu vielen anderen Ländern leisten. In der UN-Kinderrechtskonvention sind Grundrechte definiert, welche für ein Land wie Österreich selbstverständlich sind: Zugang zu Bildung – und doch gibt es eine große Unzufriedenheit und heftige Bildungsdiskussionen. Zugang zu einem Gesundheitssystem – jedoch ist der Begriff Zwei-Klassen-Medizin immer wieder hörbar. Gut, dass es Diskussionen und verschiedene Meinungen gibt, wodurch man hoffentlich zu Verbesserungsvorschlägen kommt. Meinungsfreiheit – das ist gelebte Demokratie. Jedoch sollte man meiner Meinung nach nicht aus den Augen verlieren, was alles gut funktioniert und dass man nicht alles, was nicht so gut läuft, dem Staat in die Schuhe schieben kann. Vieles kann man auch selbst in die Hand nehmen. Für viele Rechte sind wir als Eltern selbst verantwortlich und können selbst etwas beitragen z. B. das Recht auf Familie. Wir können durch unsere elterliche Fürsorge ein Zuhause schaffen, wo Kinder Sicherheit und Geborgenheit erfahren, wo Kinder ihre Wurzeln bekommen. Wir, als Eltern, haben es in der Hand, eine umfassende emotionale Bindung zu unseren Kindern aufzubauen, ihnen den Start ins Leben zu erleichtern, damit sie lernen, Herausforderungen im Leben anzunehmen. Wir können eine Umgebung schaffen, wo es keinen Platz für physische oder psychische Gewalt und Missbrauch elterlicher Autorität gibt. Auf dieser Basis werden unsere Kinder ihr ganzes Leben aufbauen.
Die drei großen Z der Pädagogik – Zeit, Zärtlichkeit und Zuwendung – können wir unseren Kindern bieten, egal ob arm oder reich, unabhängig von Bildungsstandard, Religionszugehörigkeit oder Hautfarbe. Dieses Recht haben wir in der Hand. Wir können unseren Kindern z. B. das Recht auf eine „handyfreie“ Zeit ermöglichen, um wieder mehr Raum für Spiele und Erholung zu schaffen, wo sie sich entfalten können und wo kindliche Neugier länger erhalten bleibt.

… nicht für Nadine (14 Jahre), die sich mit den alltäglichen Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Jugendlichen konfrontiert sieht, das Mitbestimmungsrecht und die Bildung hervorhebt und aus ihrer Sicht schreibt:

„Eltern sollten nicht so streng sein, wenn man etwas angestellt hat. Manche Eltern geben grundlos Verbote. Kinder- und Jugendliche sollten mehr Freiheit und Mitbestimmungsrecht haben. Auch sollten Erwachsene uns Jugendlichen mit Respekt begegnen. Viele Kinder in anderen Ländern sollten nicht arbeiten müssen, sondern in die Schule gehen.“

Mag. Ingrid Maitz,
Birgitta Liebmann,
Sozialpädagogische Kinder- und Jugendbetreuerinnen
Bereich Kinder, Jugend, Familie
Lebenshilfe Radkersburg

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