Das Projekt „SKUPAJ“

2008 wurde ein bilateraler, österreichisch – slowenischer Gestaltungswettbewerb mit dem Ziel durchgeführt, die ehemals zusammengehörenden Stadteile von Bad Radkersburg und Gornja Radgona wieder zueinander zu bringen.

Im städtebaulichen Siegerprojekt wird nach historischem Vorbild ein duales Entwicklungskonzept vorgeschlagen. Identitätsfördernde urbanistische und landschaftsplanerische Eingriffe und die Orientierung hin zum lange Jahre gemiedenen Grenzfluss Mur sollen die gemeinsame Entwicklung der Nachbargemeinden fördern.

Im ersten Realisierungsschritt wurde die Grenzbrücke zwischen Juli 2009  bis März 2010 saniert und neu gestaltet. Die Brücke mit ihren Kanzeln und Balkonen ist nun ein länderübergreifender Veranstaltungsraum, Aufenthaltsort und Treffpunkt.

Mit Unterstützung des Regierungsdienstes der Republik Slowenien für lokale Selbstverwaltung und regionale Politik auf slowenischer Seite und mit Unterstützung des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 16 auf österreichischer Seite sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung setzen die Städte Gornja Radgona und Bad Radkersburg weitere Schritte zur gemeinsamen langfristigen Entwicklung der wiedervereinten Stadt, der umliegenden Region und der Flussufer im Rahmen des Projektes

 

DAS PROJEKT „SKUPAJ

GEMEINSAME URBANE UND NATURRÄUMLICHE ENTWICKLUNG AN DEN MURUFERN IN GORNJA RADGONA UND BAD RADKERSBURG

Das Projekt ist auf eine Dauer von voraussichtlich 42 Monaten mit Beginn im Juli 2010 und dem Abschluss am 31.12.2013 angelegt.

Projektpartner:

  1. Leadpartner:               Stadtgemeinde GORNJA RADGONA
  2. Partner:                        Stadtgemeinde BAD RADKERSBURG
  3. Partner:                        PORA, Entwicklungsagentur GORNJA RADGONA

Der Gesamtwert des Projektes beträgt 2.061.700,00 EUR inkl. UST mit folgender Finanzierungsstruktur:

Slowenische Seite:

Europäischer Fond für regionale Entwicklung: 85 %
Regierungsdienst der Republik Slowenien für lokale Selbstverwaltung und Regionalpolitik: 10%
Stadtgemeinde Gornja Radgona und PORA, Entwicklungsagentur von Gornja Radgona: 5%.

Österreichische Seite:

Europäischer Fond für regionale Entwicklung: 85 %
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 7: 10 %
Stadtgemeinde Bad Radkersburg: 5 %

Projektbestandteile:

Insgesamt vier Teilprojekte sind vorgesehen:

  • Neugestaltung „Polizeivorplatz Bad Radkersburg“ – fertiggestellt!
  • Neugestaltung „Amtsvorplatz Bad Radkersburg“
  • Neugestaltung „Stadtpark Bad Radkersburg“ – fertiggestellt!
  • Neugestaltung Stadteingang Gornja Radgona

Neben diesen Teilprojekten werden außerdem Konzepte für die Murufergestaltung auf österreichischer uns slowenischer Seite erstellt, ebenso wie ein Konzept für eine Flussbettaufweitung der Mur.

2012 – AKTUELL FERTIGGESTELLTE TEILPROJEKTE

Polizeivorplatz Bad Radkersburg

Übergeordnetes Ziel war es, den ehemaligen Polizeivorplatz zu einem urbanen, offenen Stadtplatz als autofreien Stadteingang umzubauen. Neue Baumpflanzungen erlauben Aufenthalt im Halbschatten des Murufers mit wiederhergestellten Blickbeziehungen in Richtung Mur, Unter- und Obergries sowie zum Schlossberg auf slowenischer Seite. Der neu gestaltete Polizeivorplatz ist, gemeinsam mit dem Brückenbauwerk und den geplanten Maßnahmen am Amtsvorplatz, ein weiterer Baustein für die Schauseite der Bad Radkersburger Altstadtkulisse.

Mit der Neugestaltung des ehemaligen Polizeivorplatzes wird die Anbindung der Radkersburger Innenstadt an die Nachbargemeinde Gornja Radgona und die Mur fortgeführt.
Folgende wesentliche Verbesserungen für den öffentlichen Freiraum in der Stadtgemeinde Bad Radkersburg sind :

  • Bad Radkersburg und Gornja Radgona sind nun für Radfahrer und Fußgänger ohne die Benutzung von Fahrstraßen über den öffentlichen Freiraum miteinander verbunden.
  • Der Murradweg erhält durch eine neue, flachere Treppenanlage mit integrierter Fahrradschieberampe im Bereich des ehemaligen Polizeivorplatz eine bessere Anbindung an seine flussabwärtige Fortführung am Mur-Uferdamm.
  • Der Abgang zur und der Platz an der Mur bieten erstmals direkten Zugang zum Fluss im Innenstadtbereich. Nunmehr ist der Aufenthalt direkt am Wasser möglich.

Zahlen und Fakten

2008: EU-weit ausgeschriebener Wettbewerb
1. Platz „Urbanistik“ bauchplan ).( landschaftsarchitektur und -urbanismus
2009 bis 2011 Planungs- und Ausschreibungsphase
Jänner 2012 bis August 2012: Bauliche Ausführung der Neugestaltung des ehemaligen Polizeivorplatzes

Gestaltete Fläche: 1.500 m²

Investitionssumme: rd. 550.000 €

Stadtpark Bad Radkersburg – Alles Zaubernuss

Mit dem Thema „Alles Zaubernuss“ wurde der Stadtpark Bad Radkersburg, der die Parktherme, Innenstadt und Mur verbindet, in einen Kurpark umgestaltet. Gartenhistorisch gesehen handelt es sich um einen klassischen Landschaftspark, der jedoch im Laufe der Zeit seine ursprüngliche Struktur mit dem Wechselspiel von sonnigen Wiesenflächen und schattigen Gehölzbereichen verlor.

Alles Zaubernuss? – Hamamelis oder die Zaubernuss ist die Leitpflanze für die raumgliedernden Vegetationsbänder im Stadtpark. Die Zaubernuss ist ein ungewöhnlicher Strauch mit einzigartiger Blütezeit. Die gelben, orangen und roten Blüten sitzen dicht an den Zweigen. Bei mildem Wetter zeigt sich die Blüte schon im Dezember, spätestens jedoch im Jänner, wenn andere Pflanzen noch Winterruhe haben, blüht die Zaubernuss.

Die Neugestaltung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt wurde im Juni 2012 abgeschlossen. Die zweite Bauphase erfolgt nach der Erhöhung des Muruferdammes im Zuge der Verbesserung des Hochwasserschutzes für Bad Radkersburg. Die wichtigsten Gestaltungsmaßnahmen sind:

Vegetation

a) Baumbestand: behutsame Auslichtung, um Lichtungen und Schatteninseln hervorzuheben
b) Neupflanzungen und baumpflegerische Maßnahmen
c) Neuanlage von Pflanzbändern aus Gehölzen und Stauden, die den Park strukturieren

Bauliche Anlagen

a) Abbruch des alten Wegenetzes, das den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht und das durch den Sturm im Jahr 2009 teilweise in Mitleidenschaft gezogen wurde
b) Anlegen eines neuen Flanierweges mit wassergebundener Wegedecke
c) Schaffung von Plätzen und Verweilmöglichkeiten durch verbreiterte Stellen im Flanierweg
d) Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch klare Trennung von Wegen (Bewegungsachsen) und Verweilplätzen mit entsprechender Ausstattung
e) Neuanbindung der Mur-Promenade an den Damm in Abstimmung mit den Hochwasserschutzerfordernissen

Zahlen und Fakten

2008: EU-weit ausgeschriebener Wettbewerb
1. Platz „Freiraumgestaltung“ – Monsberger Gartenarchitektur) 2009 bis 2010 Planungs- und Ausschreibungsphase
2011: Baumkontrolle (lt. ÖNORM L 1122) für insgesamt 225 Bäume. Der Alt-Baumbestand blieb größtenteils erhalten. Bäume, die die Besucher uU gefährden könnten, wurden gefällt und nachgepflanzt.
April 2012 bis Juni 2012: Bauliche Ausführung der Neugestaltung des Stadtparks

Gestaltete Fläche: 3.600 m²

Investitionssumme: rd. 250.000 €

2012 /2013 – AUSBLICK

Bis zum Abschluss des Projekts Ende 2013 werden noch die Teilprojekte Neugestaltung des ehemaligen „Amtsvorplatzes“ und Neugestaltung des Stadteingangs nach Gornja Radgona umgesetzt. Die Konzepte für die Murufergestaltung und Muraufweitung werden fertiggestellt.

Autor: Oliver Rathschüler
Fotos: Monsberger und bauchplan

Kommentar schreiben

Map


Gemeinden auf einer größeren Karte anzeigen