Der Krieg ist nicht vorbei?

Im Pavelhaus fand als Abschlussveranstaltung des Gedenkjahres „1914-2014. 100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkrieges“ ein spannender Vortrag zur Geschichte Bosnien Herzegowinas statt.

Den Auswirkungen, die die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares in Sarajevo am 28. Juni 1914 und der daraus resultierende Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf die Südoststeiermark hatte, gingen das Museum im Alten Zeughaus in Bad Radkersburg, das Museum im Tabor in Feldbach und das Pavelhaus in Laafeld im Gedenkjahr 2014 mit dem Projekt „Krieg fern der Front“ gemeinsam nach. Erstmals wurde die Programmplanung zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sowie ein gemeinsamer Jahresfolder produziert.

Die Schlussveranstaltung dieses Gedenkjahres bildete am 6. November der Vortrag „Flusswege und Tabakstraßen. Der Krieg ist noch nicht zu Ende? des Grazer Sozialhistorikers Joachim Hainzl und der aus Teheran stammenden Fotografin Maryam Mohammadi. Auf mehreren Reisen gesammeltes Fotomaterial bildete die Grundlage einer Ausstellung, die heuer im Graz Museum und in Sarajevo gezeigt wurde. Diese zweisprachige Schau behandelte die seit Jahrhunderten bestehenden Verbindungen zur Steiermark und die bewegte Geschichte Bosnien Herzegowinas. Ergänzt wurde der historische Teil durch Interviews mit bosnischen Frauen, die vor dem Krieg 1992-1995 flüchten mussten und während der Kriegshandlungen in Österreich und Deutschland gelebt haben. Dass diese Frauen in den Interviews Deutsch sprachen und mit bosnischen Untertiteln versehen waren zeugt von der Absurdität des Krieges, von Flucht, Vertreibung sowie Verlust von Identität und weist traurige Parallelen zu den aktuellen Schicksalen von Flüchtlingen in der Gegenwart auf.

Autorin: Elisabeth Arlt
Fotos: Katarina Tibaut

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