Eine Kurstadt im Dornröschenschlaf

Alles, was zum Vorteil oder zur Verschönerung der Stadt Bad Radkersburg dient, lässt das Herz eines Lokalpatrioten höher schlagen.

Was macht eine schöne Kurstadt aus? Ein gepflegter Stadtpark, Promenaden, schöne Blumenarrangements. Ein stolzes Projekt wird gerade im Stadtpark verwirklicht, das demnächst fertig gestellt wird. Was bietet Radkersburg noch? Man kann an der Mur entlang auf einem sandigen Weg beim Auwald spazieren, joggen und radfahren. Oder man hat Lust in der Altstadt zu flanieren mit südlichem Flair zwischen geschichtsträchtigen Stadtmauern. Diese 700 Jahre alte Stadt ist mit einer schönen Stadtmauer umgeben und außerhalb dieser Stadtmauer wuchert leider das meterhohe Unkraut.

Sie kennen alle das Märchen mit dem Dornröschenschlaf. Mehr Erklärung braucht man gar nicht dazu. Also wer küsst die Stadt wach?

Wann wird diese Wiese vor der Stadtmauer endlich gemäht? Dieser Zustand ist einer Kurstadt unwürdig! Gäste und Bekannte die zu uns auf Besuch gekommen sind, haben alle nicht verstanden, wie so eine ungepflegte Wiese in einer Kurstadt möglich ist. Auch Radkersburger verstehen es nicht, dass man da keine Lösung finden kann. Es geht ja schließlich um den Ruf einer Stadt und das soll einen höheren Stellenwert haben, als ein Justamentstandpunkt einer einzelnen Person.

Mit dieser Meinung, glaube ich nicht alleine zu sein und spreche für alle Radkersburger, die den Stadtgraben gepflegt haben möchten und damit große Freude hätten. Wir sind nämlich auch stolze Radkersburger!

Autorin: Eva Triller Wiegisser

Kommentare
7 Kommentare zu “Eine Kurstadt im Dornröschenschlaf”
  1. Erna Kratz sagt:

    Die wunderschöne, alte Stadtmauer unserer Stadt hat Seltenheitswert und lenkt die Augen der Touristen unwillkürlich auf sich. Wie schade, dass diese Verwahrlosung den positiven Eindruck der Stadtmauer trübt; man kann die “ Gstätten“ einfach nicht übersehen!!!!

  2. Dr. Peter Paar sagt:

    Es ist sehr gut, dass das Problem mit der verwilderten Grünfläche im Stadtgraben angesprochen wird, welche einer Kurstadt wirklich unwürdig ist.
    Sie befindet sich im permanenten und unmittelbaren Einblicksbereich der Spaziergänger im Stadtpark wie auch der Gäste des Kurzentrums und Hotels im Park.
    Es sind sicherlich Bemühungen der Stadtgemeinde um eine einvernehmliche „saubere“ Lösung mit der Grundstücks-eigentümerin vorhanden, aber scheinbar ist ein rechtlicher Zwang an den Grundstückseigentümer zum Mähen notwendig. Kann nicht im Hinblick auf die besondere Lage des Grundstücks durch die Stadtgemeinde eine entsprechende Verordnung erlassen werden? Es gibt ja auch sonst zahlreiche über das normale Ausmaß hinausgehende einschränkende Vorschriften auf Grund des Kurcharakters der Stadt. Besteht nicht bei fehlendem Mähen die Gefahr der Verwucherung bzw. Verwilderung, sodass der Charakter einer Wiese verlorengeht? Handelt es sich um eine landwirtschaftliche Nutzfläche und wenn ja, gibt es hier entsprechende Vorschriften?

  3. Maria Hollerer sagt:

    Es ist wirklich schade, dass sich so ein Schandfleck mitten im Kurgebiet und neben der historischen Stadtmauer befindet!
    Vielleicht gibt es doch eine Lösungsmöglichkeit ? Das wäre schön und würde den Gesamteindruck schon sehr heben.

  4. imblickwinkel sagt:

    Der Hinweis, dass eine Kurstadt im Gesamtbild gepflegt sein sollte ist schon richtig, schließlich geht es auch um die Wirkung (Image) nach außen. Kommt man an der äußeren Stadfmauer vorbei, sieht es recht verwahrlost aus, ein Eindruck, den man bestimmt nicht vermittlen will, weder Gästen der Stadt noch den eigenen Einwohnern. Man sollte es sich wert sein, dass auch dieser Bereich in Angrill genommen wird, da die anderen Projekte zur Verbesserung der Stadt nur dann ausgiebig Wirkung zeigen, wenn es nicht nur Teile davon betrifft. Dann erst kann Radkersburg verdientermaßen in vollkommener Schönheit erstahlen. Dies sollte eigentlich jeder verstehen.

  5. Marianne Zangger sagt:

    Liebe Eigentümerin dieser
    Grundstücke im Stadtgraben !
    Ich kenne Sie seit Ihrer Kindheit. Sie sind hier geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Bleibt da nichts an Heimatgefühl übrig ?!
    Muß es sein, dass akurat diese Wiesen, meterhoch mit Brennnessel, Schilf und anderem Unkraut bewachsen, die Sicht auf die schöne Stadtmauer verschandeln?
    Ich hätte da einen Vorschlag: Schenken Sie diese Grundstücke Ihrer Heimatstadt Bad Radkersburg. Sie hätten keinen Ärger mehr und vergeben sich nichts, zumal ohnehin Bauverbot und andere Auflagen eine gewinnbringende Nutzung unmöglich machen.
    Ich verbleibe in der Hoffnung auf eine gute Lösung.

  6. radkersburgliebhaberin sagt:

    es gibt auch eine andere sicht darauf: Die Wiese ist genial, man muss nicht alles mähen und niederbügeln. seien Sie stolz auf die vielfalt der stadt. darum mag ich radkersburg u. bin seit 20 jahren die stadt liebender gast. die parksituation am hauptplatz regt mich mehr auf, was ist da mit der schönen kurstadt passiert, wo die langgasse nun autofrei ist u. alle am hauptplatz parken. ich möchte meinen mediterranen hauptplatz zurück!!

  7. Walter Schaidinger sagt:

    Eingriffe in einer Kurstadt

    Es gibt also große Kritik an einem Stadtgraben, der nicht den Vorstellungen aller Radkersburgerinnen und Radkersburger entspricht. Dass Pflanzen, die überbordend wuchern, dem Graben nicht zuträglich sind, ist nachvollziehbar. Der Großteil des Grabens ist aber von Gras bewachsen, von einer Wiese, wie sie eben aussieht, wenn sie wachsen darf. Im Übrigen wird sie drei Mal pro Jahr gemäht, wie es bei Wiesen üblich ist, die so genannte Gstättn ist also ein biologischer Vorgang des Wachstums, auf dem sich Kinder noch frei bewegen können, weil es keine Spielfabrik mit vorgefertigten Geräten darstellt, ein kleines Abenteuer also.
    Als ich vor etwa zehn Jahren erstmals nach Radkersburg kam, wo ich seit fast sieben Jahren lebe, erstaunte und erfreute mich das wunderbare Bild, dass um eine historische Bastei Natur mit Wiese und Bäumen existieren darf. Das ist nicht selbstverständlich, kaum wo zu finden und erhaltenswert, und mit dieser Ansicht stehe ich auch nicht ganz alleine dar; bemerkenswert, dass dem Befinden einiger Kurgäste so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil sie sich an ungemähtem Gras im Stadtgraben stossen.
    Es gibt Dinge, die ein historisches Ambiente wesentlich heftiger stören als eine Wiese, die wohl schon hunderte Jahre dort gestanden hat. Eine Kurstadt sollte neben einer angenehmen Atmosphäre auch den Eindruck einer umweltbewussten und bewegungsfreudigen Grundhaltung vermitteln. In Bad Radkersburg wird also ein Teil des Hauptplatzes in Parkraum umgewandelt. Es sind nur wenige Parkplätze, die erstaunlich viel zerstören: Die Möglichkeit für Kinder, sich dort frei und gefühlsmäßig sicher zu bewegen, derweil Eltern die Gastronomie am Hauptplatz besuchen; die Parkdisziplin, weil neben der abgegrenzten Parkfläche auch ständig Autos stehen; und nicht zuletzt das Gesamtbild des Hauptplatzes. In meiner Tätigkeit als Filmschaffender habe ich Motive gesucht, die die Stadt in möglichst kurzen Bildern präsentieren, um für einen Kurzfilm eines städtischen Unternehmens den Firmenstandort zu etablieren. Der Hauptplatz ist ausgefallen, die beauftragende Firma war nämlich kein Autohaus. Die Bilder, die die Stadt auf wunderbare Art und Weise vertreten, habe ich um fünf Uhr Früh aus dem Stadtgraben Richtung aufgehende Sonne geschossen. Dort herrscht nämlich noch die Atmosphäre, die das geschichtliche Erbe dieser Stadt noch erahnen lässt.

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