Entschuldigung am Grenzübergang

Fährt man über den Grenzübergang Sicheldorf-Gederovci erblickt man beim ehemaligen Zollhaus zwei Schilder, auf denen einfach nur Entschuldigung und die slowenische Version oprostite zu lesen ist.

Diese auf den ersten Blick unverständlich anmutende Installation des ungarischen Künstlers János Sugár ist leicht erklärt: Der Künstler fand heraus, dass es in Japan zum guten Ton gehört, sich im Alltag schon für kleinste Vergehen bei seinen Mitmenschen zu entschuldigen und es wird häufig getan. Sogar drei Mal so oft wie beispielsweise in Deutschland. Für Österreich und Ungarn dürfte es ähnlich sein.

Der Künstler hat diese Aktionen schon mehrmals in Ungarn und den angrenzenden Ländern, wie Rumänien oder der Slowakei veranstaltet, heuer im Rahmen der Steirischen Herbstes auch erstmals in Österreich, hier auf deutsch und slowenisch. Die an den Schildern Vorbeifahrenden könnten sich die Frage stellen, wofür sie sich entschuldigen sollten und bei wem? Und da wir ja alle manchmal Dinge sagen oder machen, die uns hinterher leid tun, ist eine Entschuldigung der beste Weg, sich wieder besser zu fühlen.

Die Ausstellung „Heraus aus dem Museum und auf die Strasse! Zeitgenössische ungarische Kunst nach 2010″ in Kooperation mit dem Steirischen Herbst ist im Pavelhaus noch bis 30. November 2013 zu sehen.

Autorin: Elisabeth Arlt
Fotos: Gabriella Csoszó

Kommentare
2 Kommentare zu “Entschuldigung am Grenzübergang”
  1. feri sagt:

    OSTEREICH DANKE !

  2. edith bacher sagt:

    eine besonders liebenswürdige aktion. mit dieser art von kunst kann ich wunderbar umgehen. ich hab mir auch tatsächlich längere zeit gedanken gemacht,(ich fuhr im okt. u. nov. 3x über die grenze) wofür sich slowenien (da ich es nur in deutsch verstand :-) entschuldigen sollte. irgendwie erweckte das land mit deren liebenswürdigen menschen etwas mitleid in mir. irgendwie schämte ich mich aber auch, das wort entschuldigung entgegenzunehmen- es erzeugte eine gewisse betroffenheit. auch fand ich es zwischendurch für die slowenen beschämend. da ich mich nicht sehr oft entschuldige die frage: kann das oftmalige entschuldigen (siehe japan) nicht inflationär werden?

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