Feuerwehrfreundliches LKH ausgezeichnet

Zum fünften Mal wurden in der Steiermark feuerwehrfreundliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ausgezeichnet.

Landeshauptmann Mag. Franz Voves und 1. Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer überreichten zusammen mit Wirtschaftskammer-Präsident KR Ing. Josef Herk und ÖBFV-Präsident Landesfeuerwehrkommandant LBD Albert Kern am 21.11.2012 im Weißen Saal der Grazer Burg die Auszeichnungsurkunden an 18 steirische Arbeitgeber, darunter das LKH Bad Radkersburg.

Das LKH als Vorzeigebetrieb im Bezirk

Das LKH Bad Radkersburg beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, 17 davon sind Mitglied bei einer Feuerwehr. Den Dienstnehmern im Verwaltungs- und Technikbereich am LKH Bad Radkersburg ist es im Falle eines Einsatzes erlaubt, den Arbeitsplatz zu verlassen, um damit die notwendige Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehren zu sichern. Im Bedarfsfall wird für Zwecke der Aus- und Weiterbildung sogar Sonderurlaub gewährt. Überdies wird es seitens der Betriebsleitung ermöglicht, am Betriebsgelände des LKH Feuerwehrübungen durchzuführen. Zwei Feuerwehrmitglieder fungieren im Betrieb als Brandschutzbeauftragte. Das ermöglicht eine Kommunikation auf kurzem Wege.

Die ökonomische Bedeutung der Feuerwehren für die Gesellschaft

Landeshauptmann Mag. Franz Voves: „In den letzten zehn Jahren haben die annähernd 50.000 Feuerwehrmitglieder in den 779 steirischen Wehren, insgesamt unglaubliche 56 Millionen freiwillig geleistete Arbeits- und Einsatzstunden erbracht. Von der Hochwasserkatastrophe in Gasen und in Haslau, über die Schneekatastrophe in Mariazell, über die Stürme Paula und Emma, über die zahllosen Hangrutschungen im Bezirk Feldbach, bis zu den Starkregenereignissen, die 2010 die Sölktäler, 2011 das Wölzertal und heuer das Paltental verwüstet haben, waren unsere freiwilligen Feuerwehren landauf landab im Einsatz, um die Menschen und ihr Hab und Gut vor den Auswirkungen immer öfter eintretender Klimaextreme zu schützen. Sie haben dabei in diesen letzten zehn Jahren Sachwerte im Gegenwert von 5 Milliarden Euro, vor Untergang und Vernichtung gerettet. Niemand weiß besser als die hier anwesenden Unternehmer, dass diese Arbeitsleistung der freiwilligen Helfer weder von der öffentlichen Hand noch von einem privaten Auftraggeber jemals bezahlt werden könnte, müsste sie nach dem üblichen Durchschnittslohn verrechnet werden. Das beweist, welche enorme Bedeutung das Feuerwehrwesen mittlerweile auch ökonomisch für unsere Gesellschaft hat und wie wichtig es ist Rahmenbedingungen zu schaffen, die es fördern und stärken“.

So zeigt sich Landeshauptmann Mag. Franz Voves überzeugt, „dass gegenseitiges Verständnis aber nicht von alleine entsteht, sondern es eines ständigen Dialoges bedarf, bei dem nicht nur die Probleme und Wünsche aus Sicht der Feuerwehren, sondern auch aus Sicht der Arbeitgeber und hier insbesondere der mittelständischen und kleinen Betriebe artikuliert werden müssen. Diesen Dialog gilt es zu intensivieren und möglicherweise letztlich auch zu institutionalisieren“. Aus Sicht ist des Landeshauptmannes ist „mit dieser heutigen Veranstaltung ein wichtiger Beitrag zu diesem Dialog geschaffen worden, weil er gerade jene auszeichnet, die ihn bereits in vorbildliche Art und Weise leben“.

Ehrenamtliches Engagement ist gefragt

ÖBFV-Präsident LBD Albert Kern in seiner Ansprache: „Ohne das Verständnis und ohne die Unterstützung durch die Arbeitgeber – im Hinblick auf Erfüllung und Ausübung der Feuerwehrpflichten – wäre dies wohl nur mit teilweise signifikanten Einschränkungen möglich. Feuerwehrfreundliche Arbeitgeber sind ein lobenswertes Beispiel für die Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren durch die Wirtschaft vor Ort“. Ferner zeigt sich Kern überzeugt, dass „Ehrenamt und Wirtschaft voneinander profitieren können. Sie können es nicht nur, sie tun es auch. Ehrenamtliches Engagement von Dienstnehmern kommt auch den Unternehmen zugute. Im Arbeitsleben gefragte Schlüsselqualifikationen, wie etwa Teamfähigkeit, Führungsverantwortung oder Selbständigkeit, werden nicht zuletzt auch besonders im Feuerwehrdienst erworben und vertieft. So spricht oft viel dafür, dass Feuerwehrmitglieder auch Leistungsträger in den Betrieben sind“.

Feuerwehren tragen zum Schutz unternehmerischer Werte bei

Der Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, KR Ing. Josef Herk, ist stolz darauf, dass „nun bereits zum fünften Mal feuerwehrfreundliche Unternehmerinnen und Unternehmer ausgezeichnet werden“. So ist es laut Herk „nicht selbstverständlich, dass sich vor allem Klein- und Mittelbetriebe in diesem Ausmaß engagieren“. Ferner verwies WKO-Präsident Herk in seiner Festrede darauf, dass die „Feuerwehren wesentlich zum Schutz unternehmerischer Werte beitragen.“ Mit dem Gedanken, „wenn was brennen soll, dann diese Leidenschaft und Begeisterung für diesen Einsatz“ dankte Herk sowohl den Feuerwehren als auch den Unternehmern für ihr einzigartiges Engagement.

Mit der Verleihung der Auszeichnung “feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber” wollen der Landesfeuerwehrverband Steiermark und die Wirtschaftskammer Steiermark das Verständnis der Arbeitgeber für das Feuerwehrwesen fördern und den großen Anteil, den die Arbeitgeber an der Funktionsfähigkeit des flächendeckenden Notfall-Systems “Feuerwehr” haben, in der Öffentlichkeit publikumswirksam hervorheben.

Von einer fachkundigen Jury wurden die von den steirischen Feuerwehren bzw. Bereichsfeuerwehrverbänden eingebrachten Anträge bewertet. Für 18 steirische Unternehmen erfolgte ein positiver Juryentscheid mit einhergehender Auszeichnungsempfehlung. Insgesamt gibt es nun 124 ausgezeichnete Unternehmen in der Steiermark.

Autor: BFV Radkersburg: Steiermärkische Krankenanstalten GmbH – LKH Bad Radkersburg

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