Gemalte Eindrücke

Antonija Grum malt Eindrücke aus vergangener Zeit.

„Ich male die Landschaft in der ich aufgewachsen bin, die mich geprägt hat, die ich verlassen habe und in die ich wieder zurückgekehrt bin. Mit meinem Pinsel fange ich Erinnerungen ein, Bilder an längst vergangene Zeiten, die vor meinem inneren Auge entstehen und die ich dann nach dieser Vorlage auf die Leinwand bringe.“ Antonija Grum, pensionierte Lehrerin, lebt in Gornja Radgona und beschäftigt sich in ihren Werken vorwiegend mit den landschaftlichen Besonderheiten ihrer Heimat. Alte Zeiten werden wieder lebendig, bäuerliche Gegenstände, die die moderne Landwirtschaft verdrängt hat, die in der schnelllebigen, auf Produktionsmaximierung ausgelegten Welt keinen Platz mehr haben, finden sich auf ihren teils großformatigen Acryl und Ölbildern. Dass sie jedoch keineswegs in der Vergangenheit lebt zeigen ihre abstrakten Bilder, die sich durchaus kritisch mit unserer heutigen Gesellschaft auseinandersetzen.

Die Malerin steht vor einer Auswahl ihrer Werke, nimmt eines in die Hand und beginnt zu erzählen, von der Mur, die so prägend ist für diese Gegend, in der sie geboren und aufgewachsen ist. „Die Mur fließt hier schnell und die Strömung reicht aus, um die für diese Landschaft typischen Schiffsmühlen allein durch die Kraft des Wassers anzutreiben. „Über 30 Exemplare dieses einzigartigen Mühlentyps hat es früher gegeben, heute sind es gerade noch drei“ erzählt Grum. Eine davon befindet sich in Mureck. Eine weitere gibt es im slowenischen Verzej zu sehen und noch eine schon in Kroatien bei Sveti Martin. Diese Schiffsmühlen sind ein beliebtes Motiv ihrer Bilder.

Gefährlich seien die Stromschnellen gewesen und den Kindern wurde immer eingeschärft, nicht alleine zum Wasser zu gehen. Getan hätten sie es trotzdem, es kam öfters vor, dass ein Kind ertrunken ist, so Grum.
Dies und die typische Landschaft des Dreiländerecks inspiriert sie, die verlassenen und verfallenden Lehmhäuser mit ihren Schilfdächern, die kleinen Kapellen, und immer wieder auch die unberührte Natur, die Auwälder und Altarme, die Sonnenblumenfelder und der Kukuruz.

Und natürlich die Störche, typische Bewohner dieser Gegend, die schon etwas pannonische Luft zu atmen scheint.

Eine Auswahl an Bildern der Künstlerin kann noch bis 25. Februar von Dienstag bis Samstag 12.00 bis 17.00 im Pavelhaus in Laafeld besichtigt werden.

Autorin: Elisabeth Arlt

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