Herbergsuche

Am Haus Emmenstraße Nr. 15 befindet sich seit dem 18. Jahrhundert die Nischenskulptur einer „Schwangeren Madonna“. Maria steht auf der Weltkugel, die Schlange zu ihren Füßen, den Sternenkranz über ihrem Haupt (Motive aus der Apokalypse) und eine Lilie in der Hand. Sie trägt ein Bürgerkleid dieser Zeit und ihre Schwangerschaft wird durch die Kleiderdrapierung angedeutet.

Vom 6. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde Maria – meist im Zusammenhang mit ihrem Besuch bei Elisabeth – sichtbar schwanger dargestellt. Ab dieser Zeit gab es ein gesetzliches Verbot solcher Darstellungen. In der Steiermark sind nur zwei Beispiele von Darstellungen der schwangeren Maria bekannt: ein gotischer Marienaltar im Stift St. Lambrecht und ein barockes Fresko in der Hauskapelle auf Seggauberg. So ist unsere „Schwangere Maria“ in der Emmenstraße eine kunstgeschichtliche Rarität.

Seit dem 18. Jahrhundert bis heute gibt es den Volksbrauch der „Herbergsuche“. So auch in Bad Radkersburg in Mitterling. Im Advent wird in Alt-Mitterling eine Marienstatue und in der Reihenhaussiedlung ein Marienrelief des Holzbildhauers Benedetto Busetto von Haus zu Haus gebracht. Ein alter Brauch, den Advent als eine Zeit der „guten Hoffnung“ zu erleben.

Autor: Hanns Absenger

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