Ramsarwandertag 2013 an Mur und Kutschenitza

Und viele waren trotz Regens gekommen am 2. Februar um ihn gemeinsam zu feiern, den internationalen Tag zum Schutz der weltweiten Feuchtbiotope, diesmal in unserer Gemeinde Radkersburg-Umgebung.

Vertreter aus allen Anrainerländern Slowenien, Österreich, Kroatien und Ungarn waren da um gemeinsam wieder ein neues Stück zu erwandern und darüber hinaus konnten die Organisatoren vom Murschutzkomitee auch die Abgesandte der Ramsar-Organisation aus der Schweiz, die Spanierin Laura Máiz-Tomé, sowie neben unserem Bürgermeister auch ein paar seiner Kollegen aus den Anrainerländern begrüßen.

Dieses Wandern hat Tradition, denn seit 2000 tun wir es schon. Diesmal ging es für die ca. 350 Teilnehmer/Innen vom Hoamathaus in Laafeld aus, die Mur fussabwärts bis fast zur Grenze und dann die Kutschenitza hinauf zum Grenzübergang Sicheldorf/Gederovci und weiter über Dedenitz zurück zum Hoamathaus.

Gebietsbetreuer Andreas Breuss, auch Gründungsmitglied des Murschutzkomitees, hat mit von ihm dankbar angenommener Hilfe der Gemeindearbeiter von Radkersburg-Umgebung (nochmals Danke!) den Rundkurs gewählt und ausgeschildert, sodass sich niemand verlaufen konnte. Über 20 Auenguids führten die Wanderer durch den Auwald und hatten einige Fragen zu beantworten z.B. wie sich die durch den Windwurf entstandenen gewaltigen Lücken im Wald wieder durch standortgerechte Baumarten schließen lassen werden, um nicht von den holzigen Neophyten wie Götterbaum und Robinie überwuchert zu werden.  Oder Fragen zur offensichtlichen Verschlammung von Auwaldbereichen die im Zuge der heurigen Hochwässer durch die Stauraumspülungen der Kraftwerke entstanden sind.

Stolz konnte unseren Gästen auch die heuer entstandene Aufweitung Laafeld/Sicheldorf präsentiert und fachkundig erläutert werden.

Hier kam auch wieder die Bedrohung unseres Auengefüges (längster zusammenhängender Auenkomplex Mitteleuropas) durch die vor Ort wirtschaftlich wohl ineffizienten Flusskraftwerke ins Gespräch. Dadurch wäre auch ein fast 50 Kilometer langes frei fließendes Stück Gewässer vom Mur-Drau-Donau-Verbundsystem wieder abgeschnitten und auf den folgenden Kilometern wären grobe Verschlechterungen im Wasserregime zu erwarten.

Am Ziel sind wir dann, bei bester Verpflegung im Hoamathaus ein wenig zusammengerückt (so eng das wohl kaum Kraftwerke zwischen uns gebaut werden können) um noch ausgiebige Gespräche zu führen.

So erwandern wir uns gemeinsam unsere gemeinsamen Flüsse – an denen wir leben – und sind uns dabei heuer wieder ein Stück näher gekommen.

Autor: Andreas Breuss

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